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Elektra

Goodfellow

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1

Donnerstag, 29. Juli 2010, 20:32

New City

Zur Zeit geht es in New City und besonders bei uns sehr ruhig zu. Miss Peppermint und Czybo genießen die Sonne in unserem Rosengarten,



Aduya ist endlich mit ihrem Gido wiedervereint (wir sehen sie zur Zeit so gut wie gar nicht),

Jackie und Kitty bereiten sich auf's Schwimmen gehen vor,



unsere Herren (Scaredmoney, Sunny, Biolight, Dr. Droge, Elmo und Mickey) sind wer-weiß-wo, nur nicht da, wo sie sich nützlich machen könnten,

Schakeline, Haifischmade und ich haben uns in den letzten Tagen verschiedene Autos angesehen (wir überlegen, ob wir uns eins kaufen sollen):







Allerdings waren die ersten Probefahrten nicht so wirklich erfolgreich. Aber das wird schon noch!







Oldgun hat nach seinem Jobverlust ein paar Tage hier bei mir in New City verbracht, war beim Friseur und sieht jetzt wieder ganz anständig aus. Jetzt kann ich mich wieder mit ihm sehen lassen!






Dank seiner Anzeige im Daily Mirror hat er auch einen neuen Job am Hafen gefunden.



Nette, fleißige Kollegen hat er da:



Obwohl ich glaube, das die in den Whiskey-Schmuggel verstrickt sind.



Oldgun muss nicht nur in den Docks arbeiten, sondern fährt auch raus auf den See, verrät mir aber nicht, was er da macht. Sehr verdächtig!





Eigentlich könnte also alles gut sein, wenn da nicht diese Sache wäre...

Ich hab's ja nur von weitem gesehen, aber das war schon beunruhigend genug. Ich ging unten am Strand entlang und war leider zu weit entfernt, um genaues sehen (oder gar hören) zu können. Ich sah eindeutig Oldgun und eine junge Dame oben auf den Klippen, dann steigt die junge Dame vorn auf den Kühler des Wagens, als ob sie sich hinunterstürzen wollte (da macht man sich als Frau, bei allem Vertrauen, doch so seine Gedanken! Eine unglückliche Liebesgeschichte? Gibt es da etwas, wovon ich nichts weiß?).



Leider habe ich die Szene dann aus den Augen verloren, weil ich versuchte, nach oben zu kommen. Als ich das endlich geschafft hatte, war natürlich hier oben weit und breit kein Mensch mehr zu sehen. Dafür saß die junge Dame jetzt unten am Strand und schien auf etwas zu warten.



Und da Oldgun nun mal nicht dafür bekannt ist, irgend etwas anbrennen zu lassen, mache ich mir doch einige Gedanken seitdem... Zumal er nun schon den ganzen Nachmittag und Abend unauffindbar ist... Wo er nur wieder steckt? Natürlich kann es auch wieder ein unglücklicher Zufall gewesen sein, solche Dinge passieren ihm ja öfter. Irgendwie zieht er sowas an. Aber ich kann diesmal beinahe nicht mehr an einen Zufall glauben...

2

Donnerstag, 29. Juli 2010, 21:30

Ich fühl mich wie ein neuer Mensch. Mit meinem neuen Job hab ich wirklich einen Glückstreffer gelandet, bis jetzt ist alles, wie man sich es nur wünschen kann. Tolle Kollegen, so hart schuften wie bei meiner letzten Arbeit brauch ich auch nicht und der Vorarbeiter hier is ein feiner Kerl. Wir verstehen uns sogar so gut, dass er mich in für ein kleines privates Nebengeschäft angeheuert hat. Bringt ganz schön was ein, dieser Whisky-Schmuggel, Elektra wär wohl nicht so erfreut darüber, aber sie muss ja nicht alles wissen. Konnte mir sogar mal den Friseur leisten und schau wieder ganz passabel aus. Heut überrasche ich sie und tauch mal unangemeldet bei ihr auf. Vielleicht führ ich sie sogar zu Essen aus. Das Taxi bringt mich nach New City und ich klopfe an ihr Rosenquartier. Sie öffnet mir, aber anstatt sich über meinen Besuch und meine neue Frisur zu freuen, gibt sie mir wortlos zwei schallende Ohrfeigen und schreit dann: Du elender alter Schuft, wie konntest du mir das antun ? Als sie erneut ausholt um mich zu schlagen, fange ich ihre Arme ab und frag, was los ist. Wer war dieses Frauenzimmer am Strand ?? Ich hab dich mit ihr gesehen. Sie stand auf der Kühlerhaube ihres Automobils und wollte sich die Klippen runterstürzen. Und du warst bei ihr. Aber Schatz, beruhige dich, sag ich zu ihr mit ruhiger Stimme. Die Dame, ich kenn nicht mal ihren Namen, wollte sich tatsächlich das Leben nehmen. Sie wurde von ihrem Freund verlassen. Ich kam nur zufällig vorbei und konnte das Schlimmste verhindern. Hab ihr gut zugeredet, dass es doch schade wär um so ein hübesches Ding. Ich hab dann mit ihr einen Schluck Whisky aus meinem Flachmann getrunken und sagte ihr, dass andere Mütter auch schöne Söhne haben und zeigte dabei auf mich und hab ihr zugezwinkert. Daraufhin musste sie so lachen, umarmte mich und sagte mir, ich sein ein Engel. Das Wort Engel im Zusammenhang mit meiner Person zu hören, veranlasste dann mich, in einen Lachanfall auszubrechen. Ich glaub ich hab ihr Leben wirklich gerettet. Nachdem ich es schon eilig hatte, wollte ich von ihr wissen, ob sie wirklich keinen Unsinn machen wird, wenn ich gehe. Machen Sie sich keine Sorgen, alter Herr (!), ich werde ihren Rat befolgen und mir die Söhne anderer Mütter ansehen, aber vorher gehe ich noch an den Strand und lasse meine Seele baumeln. DAS meine liebe Elektra war die ganze Geschichte. Und dafür, dass ich ein junges Leben gerettet habe, ohrfeigst du mich. Vielen Dank. Du weisst wie sehr ich dich liebe. Aber ob es umgekehrt auch so ist, daran hege ich nunmehr langsam meine Zweifel. Ich wollte dich heut Abend eigentlich ausführen. Aber ich denke, ich werde mich wieder Richtung SD aufmachen und bei Joe am Hafen ein oder vier Fläschchen Whisky auf mich trinken ...

Elektra

Goodfellow

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3

Donnerstag, 29. Juli 2010, 22:43

Kaum hat er die Tür hinter sich zugeschlagen, tut es mir auch schon leid. Wie konnte ich ihn schlagen? Und dann auch noch, ohne ihn zu Wort kommen zu lassen? Seine Entrüstung über meinen Vorwurf war so echt, die kann er nicht gespielt haben. Es muss wirklich so gewesen sein, wie er es erzählt hat.
Ich will ihm noch hinterherrufen, aber er poltert schon wütend die Treppe hinunter. Ach, er hat ja leider recht! Wie konnte ich mich (mal wieder) so albern benehmen? Als ob er nicht oft genug bewiesen hätte, dass er mich liebt...
Was mache ich jetzt bloß? Wie kann ich das nur wieder gutmachen? Was, wenn er jetzt wirklich daran zweifelt, dass ich ihn liebe? Das Herz wird mir schwer. Voller Verzweiflung sinke ich zu Boden. Ich will ihn nicht verlieren! Er hat vielleicht eine raue Schale, aber es gibt so viele Dinge, die ich an ihm liebe. Sein unbeschwertes Lachen. Seine Art, mit mir umzugehen. Seine Hilfsbereitschaft. Seine Zärtlichkeit...



Ach, anstatt zu träumen, sollte ich dringend etwas tun! Ich springe auf und laufe die Treppe hinunter. Vielleicht kann ich ihn noch einhol- Huch! Jemand steht am Fuß der Treppe, fasst meinen Arm (nicht grade sanft) und zieht mich zu sich heran. Er hat auf mich gewartet! Er wusste, dass es mir leid tun würde! Wie gut er mich kennt! Ernst sieht er mir in die Augen. Leicht wird er es mir nicht machen... Bittend sehe ich ihn an. "Cheri, es... es tut mir leid! Ich wollte dir nicht wehtun... Ich... Ich weiß, dass du mich liebst... " Er verkneift sich ein Grinsen (immerhin!), zieht mich ganz zu sich heran und knurrt: "Und wenn du jetzt die Güte hättest, den Mund zu halten..."


4

Freitag, 30. Juli 2010, 20:07

Vorsichtig schleiche ich mich an Elektras Zimmer vorbei. Ich will nur schnell ein paar Sachen aus meinem Kleiderschrank holen. Gido war so anständig, unten vorm Eingang zu warten.

Sie ist nicht alleine, das kann ich hören...

Zumindest hoffe ich, dass nicht sie so durchdringend schnarcht. Ich halte mir mit der Hand den Mund zu, um nicht laut zu lachen.

Mit Oldgun hat sie wirklich einen Volltreffer gelandet! Ich bin froh, dass die beiden so glücklich sind. Aber bevor ich wieder in meinen Gedanken versinke, husche ich schnell in mein Zimmer, hole ein paar Dinge und versuche so leise wie möglich die knarzende Treppe zu überstehen.

Draußen hält mir Gido schon die Wagentür auf...

Elektra

Goodfellow

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5

Freitag, 30. Juli 2010, 21:31

Ich sitze an meinem Schreibtisch und schreibe die letzten Sätze in mein Tagebuch. Das waren aufregende Momente in den vergangenen Tagen! Und gestern erst dieses Beinahe-Desaster mit Oldgun... Zum Glück hatte er besonnen reagiert. Ich blicke auf und sehe zärtlich zum Bett hinüber. Er ist unüberhörbar eingeschlafen - sein neuer Job macht ihm zwar Freude, ist wohl aber auch ziemlich anstrengend. Vor allem der zweite, nach dem ich wohlweislich nicht frage. Mir ist nicht wohl bei der Sache. Wenn Männer Geheimnisse haben, ist das meist nichts Gutes...
Draußen vor der Tür knarrte grade die Treppe. Ist eines der Mädels im Haus? Ich lasse Oldgun schlafen und gehe hinunter.
Aduya steht mit geröteten Wangen in der Küche und schält Zwiebeln. Oh, das ist eine gute Idee! "Aduya, du hier? Und allein? Kann ich dir kochen helfen? Einen dankbaren Abnehmer hätte ich oben..."

6

Freitag, 30. Juli 2010, 21:42

Erschrocken fahre ich herum und das Gemüsemesser fliegt im hohen Bogen über die Anrichte. "Elektra! Mir bleibt ja fast das Herz stehen!" Sie schaut mich lachend an. "Du warst wohl mit den Gedanken nicht bei den Zwiebeln?" antwortet sie.

Ich zwinkere ihr zu. "Gido holt sein Dreirad im Hafen ab und kommt dann zum Essen vorbei. Du hast doch nichts dagegen, dass ich mir ein paar Sachen .....hmmmm.... geliehen habe?" Ich schaue mit Dackelblick zu Elektra, aber sie grinst nur. "Liebe geht durch den Magen, habe ich Recht?" Dann schnappt sie sich ein Messer und hilft mir bei der Zubereitung.

"Wir könnten uns doch einen gemütlichen Abend zu viert machen, Aduya, wir haben uns so lange nicht gesehen. Es gibt viel zu erzählen! Natürlich nur, wenn du nichts dagegen hast!"

Eigentlich hatte ich mir den Abend in romantischer Zweisamkeit ausgemalt, aber einer guten Freundin kann ich dieses Angebot nicht ausschlagen. Es sei denn, Gido hat andere Wünsche...

"Dein Oldgun schnarcht ganz schön laut." sage ich, um das Gespräch erst einmal in eine andere Richtung zu lenken.

Elektra verdreht die Augen und seufzt. "In seiner alten Hafenbude gibt es noch nicht einmal ein Bett! Kannst du dir das vorstellen?"

Elektra

Goodfellow

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7

Freitag, 30. Juli 2010, 21:54

"Ich bin es ziemlich leid, auf einem Deckenstapel zu nächtigen", sage ich, und Aduya sieht mich mitleidig an. "Er ist ja wirklich ein toller Kerl, und ich hab ihn wirklich lieb, aber was zu weit geht, geht zu weit. Na, wir waren auch schon länger nicht mehr dort - hier ist es im Moment viel gemütlicher".

"Sag mal, wird deinem Gido das recht sein, wenn wir uns hier einfach dazusetzen?" Aber diese Frage ist rein rhetorisch gemeint, und ich warte ihre Antwort gar nicht erst ab. Ich bin viel zu gespannt, ihren Gido endlich näher kennenzulernen! Aduyas Pfanne brutzelt vielversprechend und strömt einen sehr appetitanregenden Essens-Duft aus.

8

Freitag, 30. Juli 2010, 22:06

"Phhhhh, alsoooo." Geräuschvoll atme ich aus.

Ein romantischer Abend zu viert? Fieberhaft denke ich über eine Ausrede nach. Mir fällt nichts ein, also lenke ich ganz schnell das Thema um.

"Sag mal Elektra, ich habe in der Krankenstation ein ausgemustertes Bett stehen. Wäre das vielleicht etwas für Oldgun, zumindest übergangsweise? Es soll kein Almosen sein, aber ich finde es zu schade zum wegschmeißen und Oldgun kann es vielleicht gebrauchen. Was meinst du?"

Insgeheim hoffe ich, das Gido endlich vor der Tür steht und mich noch mal entführt. Das hat mir gefallen. Ich grinse in mich hinein und höre gar nicht mehr, dass Elektra begeistert ist von der Idee mit dem Bett.

"Elektra, ich würde gerne mit euch einen Plausch halten, aber ich weiß nicht, ob Gido das recht ist. Er ist doch so schüchtern." Die lahme Ausrede scheint Elektra nicht zu beeindrucken. Ich flehe in Gedanken zum Himmel: "Gido, komm endlich!"

Don Ghidorah

unregistriert

9

Freitag, 30. Juli 2010, 22:14

Am Hafen

So schnell ihn seine Füße tragen, läuft Gidorich zu seinem Dreirädrigen Boliden. Mit einem Hechtsprung fliegt er durch die offene Scheibe – Das Ding klaut eh keiner… - und noch bevor er richtig sitzt lässt er schon den Motor aufheulen. Aufheulen? Erst jetzt wird ihm bewusst, dass dies nicht mehr McHaggy’s Höllenschleuder ist… Leise stotternd reagiert das Nibelaugen-Mobil auf das Durchtreten des Gaspedals.
Doch zum Glück!
Denn vor dem Auto taucht wie aus dem Nichts zuerst ein Rot gepunkteter Gummiball, und diesem folgend ein kleiner Junge in einem viel zu großen Hemd auf. Gido steigt in die Eisen. Kurz vor dem kleinen Racker kommt das Vehikel zum Stehen. Ahnungslos schaut der Junge Gidorich in die Augen und wischt sich unbekümmert mit dem viel zu langen Hemdärmel die Nase ab.
Als Gidorich aussteigt, den Jungen an den Schultern hält und von Kopf bis Fuß nach Verletzungen absucht, schaut dieser nur verständnislos auf den Riesigen Bäcker, zeigt in Richtung Wasser, und murmelt schließlich, leise glucksend „Ball!“. Erst jetzt bemerkt auch Gido, dass der Ball bereits auf dem Wege ist schnurstracks in das Hafenbecken zu plumpsen. Mit einem Satz stellt setzt er den Jungen auf die Motorhaube, deutet ihm an, sitzen zu bleiben, und rennt los.
Es gelingt Gidorich im allerletzten Moment, den Ball zu greifen, als dieser bereits den Festen Boden verlassen hat. Zu spät bemerkt Gidorich, dass mit dem Ball auch er den Halt verloren hat, und stürzt kopfüber in die Tiefe. Verwirrt sieht er die drei Meter Spundwand an sich vorbeifliegen, bis er endlich mit einem lauten Klatschen im Öligen Wasser des Hafenbeckens landet. Als er kurz darauf wieder auftaucht, steht der kleine Bengel glucksend vor Freude oben am Pier und klatscht fröhlich mit deinen winzigen Händchen. „Ball!“, wiederholt der kleine seinen Ausruf. „Ball…“ blubbert Gidorich und schaut auf das kleine, mit roten Tupfen übersäte, Gummi-Rund in seiner Hand. „Ball…“, wiederholt er resignierend, während er kopfschüttelnd eine Leiter an der Spundwand empor klettert.
Oben angekommen kommt bereits eine völlig aufgelöste Junge Mutter auf Gidorich und den Jungen, welcher gerade glücklich strahlend den Ball wieder in Empfang nimmt, zu.
„Pablo! Oh Pablo!!!“, ruft die sichtlich erleichterte Junge Frau, nimmt den Buben in die Arme, drückt ihn an sich, liebkost ihn und wiederholt immer wieder weinend seinen Namen.
Der Junge schaut weiter fasziniert auf den Ball…
„Oh, Pablo, wie konntest du nur?! Pablo! Jag mir nie wieder solch einen Schrecken ein!“
Jetzt schüttelt sie ihn an der Schulter, sodass der Junge leicht unglücklich guckt. Er scheint nun auch zu begreifen, dass irgendetwas falsch läuft, und beginnt vorsorglich zu weinen.
Seine Stirn fest an ihre Brust gedrückt, hebt die junge Frau den Jungen hoch und flüstert ihm beruhigende spanische Worte ins Ohr.
Nun endlich blickt sie auf, bemerkt den triefend nassen Gidorich, und beginnt zu lachen. Doch sofort fängt sie sich, hält sich eine Hand vor den Mund und rückt ihr leicht verrutschtes rotes Seidenkopftuch zurecht.
„Danke! Ich habe ihren Sprung gesehen! Haben sie tausendfach Dank!“, sagt sie nun, mit leichtem Akzent, und deutet eine Verbeugung an. Der kleine Pablo auf ihrem Arm schläft bereits tief und fest.
„Wenn sie nicht gewesen wären… Dios mío! Sie haben sein Leben gerettet!!!“
„Aber nicht doch…“ Verlegen blickt Gidorich auf seine triefnassen Schuhe, welche in einer größer werdenden Pfütze stehen.
„Ich habe leider kein Geld, mein Vater ist leider nur ein armer Fischer, ich selber Putze in Loop… Wir kommen gerade so durch! Aber kann ich sonst etwas für sie tun?!“
Sofort hat Gidorich eine Idee!
„Nein, junge Frau, sie schulden mir nichts! Niemals! Aber falls sie Interesse an einigen Brezeln, zum Frühstücken, und etwas Süßigkeiten für ihren liebreizenden Bub haben, so könnte ich ihnen ein kleines Geschäft anbieten…“
Verlegen scheut ihn die junge Dame an. „Was sie auch von mir denken mögen, ich kann ihnen versichern, dass ich nicht…“ „Aber nein!!!“, unterbricht er sie schnell. „Aber ihr Vater, der hat doch sicher ein Boot, wenn er Fischer ist?! Ob er wohl heute noch etwas Zeit hätte???“

Etwas später als geplant, erreicht Gidorich Die Rosen-Residenz. Er hat sich die Nassen Sachen ausgezogen, ist frisch geduscht – diesen Öl-Fisch-See-Geruch konnte er Seiner Aduya unmöglich zumuten – und hat einen guten Anzug an.
Fröhlich klingelt er an der Tür.

10

Freitag, 30. Juli 2010, 22:32

Fast fällt mir der Teller mit den kleinen Köstlichkeiten aus der Hand, als die Türschelle ertönt. Elektra will sich schon auf den Weg zum Eingang machen, aber ich springe schnell an ihr vorbei.
"Das muss Gido sein!"
Im Flur werfe ich noch schnell einen Blick in den Spiegel und richte mein Haar. Noch einmal tief durchatmen, dann gehe ich gemäßigten Schrittes zur Tür und öffne sie schwungvoll.
Mit einem breiten Grinsen steht dort mein Goldschatz und breitet die Arme aus.
"Bist du bereit für eine nächtliche Bootstour?" Ich will gerade freudestrahlend antworten, als ich höre wie jemand mit schweren Schritten die Treppe hinterkommt.

"Gidorich, alter Freund!" Oldgun hat wohl sein Schläfchen beendet. Mir entfährt ein enttäuschtes Seufzen als sich Gido an mir vorbei drängt und Oldgun mit einem kumpelhaften Handschlag begrüßt.

"Lass uns ein Gläschen heben, die Damen haben bestimmt noch in der Küche zu tun." Schelmisch grinst Oldgun mich an und zieht Gido in die gute Stube.

"Das darf doch nicht wahr sein!" schimpfe ich zur offnen Haustür hinaus, anscheinend so laut, dass ein vorbeiflanierendes Päärchen mich entsetzt anstarrt und schnell das Weite sucht. Lautstark knalle ich die Tür zu und stapfe zu Elektra in die Küche.

Elektra

Goodfellow

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11

Freitag, 30. Juli 2010, 22:40

Mitfühlend sehe ich Aduya an. Erst die Aussicht auf eine romantische nächtliche Bootsfahrt haben, die sich im Handumdrehen in die Aussicht auf einen feucht-fröhlichen Abend wandelt! Das ist hart. Ich kann ihr die Enttäuschung nachfühlen.
Verschwörerisch zwinkere ich ihr zu: "Warte mal, Aduya, lass sie kurz, dann werde ich Oldgun schon ablenken und ihr verabschiedet euch früh!"
Währenddessen sitzen die beiden Männer in der Stube, warten auf's Essen und sind bester Laune.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Elektra« (30. Juli 2010, 23:01)


12

Freitag, 30. Juli 2010, 22:52

He, he, Gido ! Mann freut mich das, dich hier im Rosentempel zu sehen. Was meinst, nehmen wir noch ein paar Schlückelchen, während wir auf das Essen warten? Ich sags dir, einen Hunger hab ich, ich könnt heut ein ganzes Pferd fressen. Und wie das duftet. Bin schon gespannt, was unsere zwei Hübschen da wohl auf die Welt bringen. Ich war vorhin ziemlich überrascht, wie ich so die Treppe runterschlendere und dein süßes Schwesternmädl sah. Hoffe sie hat nicht an der Tür gelauscht, he he, weißt eh was ich mein. Nein, aber Ernst beiseite, ich bin echt froh dich hier zu sehen. Ich hätt da so nen Vorschlag, jetzt ein paar zum Aufwärmen, dann gibts das große Fressen und im Anschluss besaufen wir vier uns hier und lassen so richtig krachen. Is eh viel zu still hier im Rosenhäusel...

Don Ghidorah

unregistriert

13

Freitag, 30. Juli 2010, 23:07

Prost!

Olgun kann man einfach nicht wiederstehen!
Noch ehe Gidorich richtig weiß, wie ihm geschieht, hat er schon die ersten Gläser Whisky intus. Seine Gedanken kreisen noch um das Boot und Aduya…
Doch Oldguns Stimme weckt ihn schnell aus seinen Gedanken.
„…richtig krachen!“, hört er ihn poltern, während er sich nur schwer an das ständig volle Glas in seiner Hand gewöhnt.
Erst noch skeptisch freundet sich Gidorich nun recht schnell mit dem Gedanken an…
„Es ordentlich krachen lassen… Warum eigentlich nicht!“, hört er sich etwas lauter als geplant sagen. Mal was anderes… Voller Elan stößt er mit Oldgun an. „Siehste! Man lebt schließlich nur einmal, hehe!!!“, stimmt ihn Oldgun ein und füllt schon wieder nach.
Und wer könnte bei diesem feinen Kerl schon nein sagen?!

14

Freitag, 30. Juli 2010, 23:22

Bis in die Küche dringt das laute Gegröhle der beiden Herren an mein Ohr. Ich ziehe eine Schnute. Darüber muss Elektra herzlich lachen. Irgendwie hatte ich mir den Abend anders vorgestellt.

"Elektra, sei mir nicht böse, aber ich würde nur ungern auf die Bootsfahrt verzichten wollen. Können wir unseren gemütlichen Abend vielleicht verschieben?"
Elektra hat sofort ein Einsehen. "Weisst du was, Aduya? Hier, ich packe euch schnell einen Picknickkorb und du gehst in der Zwischenzeit rüber und lockst deinen Gido unter einem Vorwand zur Tür. Ich stelle den Korb bereit. Und sei unbesorgt, Oldgun werde ich schon ablenken."
Mit einem Zwinkern schiebt sie mich zur Küchentür hinaus.
Also gut, denke ich bei mir, ich hole Gido jetzt. Manchmal muss man dem Glück ein wenig nachhelfen.
Entschlossenen Mutes öffne ich die Stubentür und sehe die beiden Männer vor Lachen weinend auf der guten Chaiselongue hocken. Ich will gar nicht wissen, was für kleine Schweinereien sich die beiden gerade erzählt haben; denn sobald sie mich erblicken, verstummen sie und versuchen ihr Gekicher zu unterdrücken.
Ich räuspere mich geräuschvoll.
"Gido, hättest du die Güte, uns eine Flasche Wein zu holen? Wir würden gerne einen Roten zum Essen trinken.
"Jaa, mein Engel, für dich mach ich das." Schwankend erhebt sich Gido und geht zur Tür hinaus. "Wir sind gleich wieder da," flöte ich Oldgun noch zu, ehe ich die Türe schließe.
"Komm Gido, lass uns schnell verschwinden. Unser Boot wartet."
Etwas verdattert schaut mir Gido hinterher. Ich schnappe mir den von Elektra vorbereiteten Picknickkorb und eile schon hinaus in die Nacht.
Gido schüttelt die Verwunderung ab und folgt mir mit eiligen Schritten.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Aduya« (30. Juli 2010, 23:48)


15

Freitag, 30. Juli 2010, 23:37

Das gibts ja nicht. Jetzt hock ich schon zehn Minuten da und kein Mensch kommt. Holen die den Rotwein aus Übersee, oder was ? Hoffentlich kommen die bald wieder, so ein Rotwein passt sich vorzüglich zum Whisky. Bei diesem Gedanken muss ich schmunzeln. Die meisten feinen Herrschaften quasseln immer zu welchem Fraß welcher Wein passt und so n Zeug. Ich find, der Wein muss sich bloß mit dem Whisky halbwegs gut verstehen, die ganze Fresserei is ja nur Nebensache. So, wie mir scheint hat die scharfe Schwester den Gido tatsächlich entführt und is mit ihm abgehauen. He he, hat wohl Angst, dass er abstürzt, wenn er noch länger mit mir säuft. Schade, wir hatten gerade solchen Spaß. Tja, das Schwesterlein hat wohl noch so einiges mit ihm vor heut, he he he. ELEKTRA, bist du wenigstens noch da ? Oder hock ich jetzt schon ganz alleine im Rosenquartier? ELEKTRA ...

Elektra

Goodfellow

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16

Freitag, 30. Juli 2010, 23:51

Aduya und Gido sind zu guter Letzt doch noch "entkommen". Hoffentlich wird es wirklich so romantisch, wie Aduya sich das erhofft hat - Oldgun hat Gido ganz schön nachgeschenkt, und er sah nicht so aus, als ob er das gewohnt wäre. Ganz im Gegensatz zu Oldgun - der trinkt das Zeug wie Wasser. Allerdings hat er jetzt gemerkt, dass er allein ist, und beginnt, nach mir zu rufen.
Ich habe die Reste des Essens, die nicht im Picknickkorb gelandet sind, auf zwei Teller getan und gehe zu ihm in die Stube. Wie erwartet, hat er erst mal nur Augen für das Essen und greift mit gutem Appetit zu. Zwischen zwei Bissen nuschelt er: "Köstlich, ganz köstlich!", um sich dann wieder seinem Teller zuzuwenden. Und der Whiskeyflasche, natürlich.
Ob er mit mir auch mal so eine Bootsfahrt machen würde? Ich versuche mal, ihn auf die Idee zu bringen. "Schatz?" - "Hmm?" - "Gido macht mit Aduya eine Bootsfahrt..." - "Schön blöd von ihm, wo er hier mit mir saufen könnte!" Resigniert gebe ich es erst mal auf. Hach! Manchmal kann er aber wirklich unromantisch sein...

ScaredMoney

unregistriert

17

Samstag, 31. Juli 2010, 00:09

Fröhlich trällernd aus Richtung Uptown kommend schlendere ich den Boulevard Richtung Heimat. Heimat dieses Wort das ist nicht nur Chicago, nicht nur NewCity sondern das sind vor allem meine Rosen. Ja bei Ihnen möchte ich sein, mit Ihnen möchte ich Zeit verbringen! Gibt es ein größeres Kompliment? Ich denke nicht! Trotzdem bin ich ein Mann mit Lokalkolorit und so singe ich auf meinem Weg zu den Meinen "

Start spreadin' the news, I'm leavin' today

I want to be a part of it

New City, New City

These vagabond shoes, are longing to stray

Right through the very heart of it

New City, New City
I want to wake up, in a city that doesn't sleeps

And find I'm king of the hill

Top of the heap
These little town blues, are melting away

I'll make a brand new start of it

In old New City

If I can make it there, I'll make it anywhere

It's up to you, New York..New York
New City...New City

I want to wake up, in a city that never sleeps

And find I'm A number one, top of the list

King of the hill, A number one....
These little town blues, are melting away

I'll make a brand new start of it

In old New City

If I can make it there, I'll make it anywhere

It's up to you, New City..New City New City!!!
so singend komm ich in unserem Hauptquartier an gebe mich anhand des Kodewortes zu erkennen klopfe im richtigen Rhytmus an und die Tür schwingt auf....

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »ScaredMoney« (31. Juli 2010, 00:17)


18

Samstag, 31. Juli 2010, 00:13

Schatz !!! Das Essen is sowas von köstlich, sage ich zu Elektra während ich meinen letzten Bissen hinunterschlinge. So, jetzt alles noch gut runterspülen mit drei kräftigen Schlucken des braunen Whiskygoldes. Ups, jetzt is mir doch tatsächlich ein kleines Bäuerchen entschlüpft. Elektra sieht mich kurz ein wenig finster an, beginnt jedoch dann zu lachen und sagt zu mir: Oldie (hm, so hat sie mich noch nie genannt), ich weiß zwar nicht warum, aber ich liebe dich. Ich guck sie vorerst etwas verblüfft an, aber dann bin ich so glücklich, diese Worte von ihr zu hören, dass ich vom Sessel aufspinge und zu ihr rübergehe. Noch bevor sie reagieren kann, schnapp ich sie und trage sie die Treppe zu ihrem (zwischenzeitig auch schon ein wenig meinem) Schlafgemach und flüstere ihr ins Ohr: Es ist zwar keine Bootsfahrt, aber ich denk, was jetzt noch folgen wird, könnte auch ziemlich romantisch werden ...

ScaredMoney

unregistriert

19

Samstag, 31. Juli 2010, 00:29

Ach was habe ich mich auf diesen Moment im Kreise meiner Familie gefreut! Aber leer ist die große Halle, kein Lachen streichelt mein Gemüt, kein Scherz erhellt meine Seele, nur ein verführerischer Duft der verwegensten und auch begehrtesten Frauen Chicagos schwebt noch in der Luft....

Elektra

Goodfellow

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20

Samstag, 31. Juli 2010, 00:29

So. Jetzt, wo er aufgegessen hat, bekommt Oldgun eine seiner romantischen Anwandlungen (warum nicht dann, wenn es um Bootsfahrten geht?), nimmt mich auf seine Arme und trägt mich die Treppe hinauf.
Als wir auf halber Höhe sind, kommt Scared singend zur Tür hinein. Oldie dreht sich um, ruft ihm ein fröhliches: "Hallo Scared, alter Junge!" zu, und ich merke, wie es in ihm arbeitet. Da kommt ein gut gelaunter potentieller Mitzecher, und er geht zu Bett? Unmöglich. Andererseits kann er mich nicht einfach auf der Treppe absetzen. (Oder?)
Schließlich entscheidet er sich doch, seinen Weg mit mir fortzusetzen, schickt Scared aber einen bedauernden Blick hinterher. Na, immerhin, ich bin schon froh, dass er mich nicht fallen lässt wie einen Sack Kartoffeln. Zuzutrauen ist ihm alles...